• Stefan

Terence Hill – The Hero + St. Kilian Grave Digger – Tunes of War - Neuvorstellungen St. Kilian


Bereits zum fünften Mal waren wir von Dramtastics bei einem St. Kilian Online-Tasting eingeladen. Jedes Mal gab es einen bestimmten Grund für ein solches Event, denn es wurde jedes Mal ein neuer Whisky von St. Kilian ausgegeben. Bei diesem Tasting war es nun nicht nur ein Whisky, sondern ganze drei Neuerscheinungen hatte man zum Tasting, neben drei schon bekannten Whiskys, am Start.

Zweimal davon den neuen „Terence Hill – The Hero“ in einer rauchigen Variante und einer nicht-rauchigen Variante sowie ein exklusiver Whisky für die deutsche Metal-Band „Grave Digger“. Alle drei neuen Abfüllungen von St. Kilian wollen wir hier nun vorstellen und auch Tasting-Notes sowie Eindrücke der einzelnen Whiskys mitgeben.


Fangen wir mit dem „Terence Hill“ an. Klassisch als Gegenstück zum „Bud Spencer Whisky“ hat man nun auch „Terence Hill“ am Start. Man wollte, wie auch die typischen Charaktereigenschaften der Schauspieler in den Filmen, auch die Whiskys kreieren. So sollte der „Terence Hill“ geschmeidiger und leichter als der „Bud Spencer Whisky“ ausfallen. Wie bereits auch schon beim Batch 2 des „Bud Spencer“ haben wir es hier mit einem Blend zu tun. Die große Nachfrage nach „Buddy“ konnte St. Kilian nicht mehr allein abdecken. Also holte man sich einen Partner ins Boot. Und wer die Geschichte von St. Kilian ein wenig kennt, der kann schon selbst darauf kommen, wer das sein könnte. Die „Great Northern Distillery“ aus Irland. Warum ausgerechnet die? Spiritus Rector, Begleiter und Berater für St. Kilian war von Anfang an David F. Hynes. Die irische Whisky-Legende, die schon bei Cooleys involviert war und nun ebenfalls Anteil an der 2015 entstandenen „Great Northern Distillery“ hat. Da lag es nahe, sich diesen großen Partner ins Boot zu holen. Und so lieferte „GND“ ähnlich wie für „Bud Spencer“ auch hier einen Teil Irish Malt- sowie Irish Grain Whiskey für „Terence Hill“. Der restliche Anteil reinem Malt-Whisky stammt allein von St. Kilian und wurde u.a. in Ex-Rum-Fässern gelagert. Abgefüllt wurde hier mit 46% vol. Alkohol und wie bei allen Whiskys von St. Kilian wurde nicht kühlfiltriert und nicht gefärbt.


Nase: Vanille und Frucht kommen als erstes an der Nase an. Eine leichte Gewürznote und einen leichten Hauch nach Zimt kann man erkennen. Leichte florale Noten. Ein sehr dezenter „Hero“, der mild daherkommt.


Geschmack: Hier schmeckt man anfangs direkt eine Malzigkeit gepaart mit Vanille. Fruchtkompott, welches sich nicht näher einordnen lässt. Dazu kommen Anklänge von Pfeffer. Ein überaus milder Whisky, trotz dass er immerhin 46% hat.


Abgang: Im Abgang eher mittellang. Etwas Süße und Pfeffer bleiben im Mund.


Fazit: Ein leichter Sommer-Whisky. Geschmeidig und dezent ist der „Terence“, passend zum eher wuchtigen „Bud Spencer“, ein gutes Gegenstück. Für mich eher ein Einsteiger-Whisky, so es diese denn gibt.


Bild von www.stkiliandistillers.com


Als nächstes steht nun der rauchige „Terence Hill – The Hero“ auf dem Programm bzw. im Glas. Auch hier wollte man einen weicheren und geschmeidigeren Whisky herstellen. Ebenfalls wurde hier ein Blend hergestellt, der einen großen Anteil Whiskey aus der irischen „Great Northern Distillery“ enthält und auch vom hauseigenen Whisky verwendete man Ex-Rum-Fasslagerungen. Der große Unterschied im Whisky ist die Zusammensetzung der Maische. Hierfür wurde bei St. Kilian ihr Standard-Rauchmalz verwendet, welches man direkt aus den schottischen Highlands bezieht. Dies gibt dem Whisky die typische St. Kilian Rauchnote. Abgefüllt wurde hier etwas hochprozentiger mit 49% vol. Alkohol.


Nase: Wieder diese Süße, wie schon beim milden „Terence Hill“. Frucht und Kräuter sind hier im Wechsel zugange. Etwas Zitrus und Ingwer bilden den Schlusspunkt. Ganz feiner dezenter Rauch liegt über allem. In der Nase ist mehr los, als beim milden Vertreter dieses Whiskys.


Geschmack: Süße. Sofort wieder diese typische Süße des „Terence Hill“. Hinzu kommen eine Spur Toffee sowie eine angenehme Würze. Auch hier nur leicht rauchig, was ihn für mich angenehmer macht, da die anderen leichten Geschmacksnoten nicht überlagert werden. Für 49% sehr mild.


Abgang: Lang mit Pfirsich und Räucherkerze. Hier spürt man am deutlichsten den Rauch-Einfluss.


Fazit: Nach meinem Geschmack besser als der ungetorfte Bruder. Sehr schöner feingliedriger und leichter Rauch-Whisky, der einem nicht gleich nach Islay versetzt, sondern mit dezentem Rauch und schönen Geschmacksnoten fast an einen „Oldschool-Speyside-Whisky“ erinnert. Für mich ehrlich gesagt der stärkste Vertreter der „Bud Spencer und Terence Hill“- Reihe.


Last but not least haben wir den “Grave Digger – Tunes of War” im Glas. Die deutsche Metal-Band Grave Digger hatte ja bereits mit einer anderen deutschen Brennerei, die sogar in Nachbarschaft in Freudenberg ihren Sitz hat, einen Whisky herausgebracht. Die Rede ist von der Brennerei Ziegler, die den Whisky „Aureum - Grave Digger Edition“ herausbrachte. Warum nun der Wechsel von Aureum zu St. Kilian gekommen ist, bleibt Spekulation. Möglicher Grund ist der Eigentümerwechsel der Brennerei Ziegler. Der vorherige Eigentümer HAWESKO trennte sich ja in diesem Jahr von Ziegler. Egal, es bleibt Spekulation. Wie allerdings schon beim „Aureum – Grave Digger“ ist der Initiator für diesen Whisky ebenfalls der Gitarrist der Band, Axel „Ironfinger“ Ritt. Der auch eigens zum Online-Tasting anreiste und es sich nicht nehmen ließ am Ende des Tastings noch einen Song der Band zu performen. Beim Tasting merkte man auch ganz schnell das Axel Ritt nicht nur Ahnung von Musik hat, sondern auch viel Wissen rund um das Wasser des Lebens mitbringt. Man spürte direkt, dass dieser Whisky nicht nur ein Marketing-Produkt ist, sondern dass hier wirklich Herz und Leidenschaft eines echten Whisky-Freundes drinstecken. Konzipiert hat natürlich trotzdem Master Destiller Mario Rudolf den Whisky. Und hier handelt es sich um einen reinen Single Malt von St. Kilian. Whisky aus Ex-Rotweinfässern aus Bürgstadt sowie Pomerol-Rotweinfässer und Ex-Portwein Ruby. Alle Fässer sind mit der rauchigen Rezeptur von St. Kilian belegt gewesen. Die Fass-Auswahl spiegelt sich auch deutlich in der dunklen, kräftigen Farbe des Whiskys wider. Abgefüllt wurde hier mit 47% vol. Alkohol.


Bild von www.stkiliandistillers.com


Nase: Mit Rauch geht es so gleich los. Bei genauerem Sondieren kann man sich „vorriechen“ zu weiteren Aromen. Vanille, Toffee und dunkle Frucht kommen gut heraus und lassen einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen.


Geschmack: Am Gaumen auch etwas Toffee und Vanille. Wieder die dunklen Früchte. Pflaume und Zitrusfrucht sind aber auch noch da. Sehr üppig dieser Whisky. Ein schönes wohliges Mundgefühl stellt sich beim Probieren ein. Der Rauch ist im Mund eher dezent, passt aber super zum Gesamtbild.


Abgang: Lang und beerig mit feinem Rauch.


Fazit: Für mich war dieser Dram der Star des Abends. Ich bin nicht unbedingt ein Rauch-Fan, aber dieser Malt ist so gut aufeinander abgestimmt. Die Fassauswahl harmoniert sehr schön mit dem feinen Rauch. Man wird nicht erschlagen vom Rauch und kann genug der anderen Noten aufnehmen, aber dennoch ist der Torfeinfluss ansprechend vorhanden und gut eingebunden. Hier passt wirklich alles! Ein toller Whisky!


Zum Fazit dieses Tastings möchte ich wieder ein Lob an St. Kilian aussprechen. Alles war wieder einmal hochprofessionell organisiert und die Video-Einblendungen waren wunderbar auf das Tasting abgestimmt. Es wird also nie langweilig mit St. Kilian und wir freuen uns bereits auf ein weiteres Online-Tasting.