The Caskhound – Glenallachie 11 Jahre


Wir von Dramtastics haben uns ja auf die Fahne geschrieben, euch, neben den großen bekannten Whisky-Playern, auch immer wieder neue Destillerien oder auch unbekanntere kleine Abfüller vorzustellen. Dieses Mal haben wir wieder einmal einen (noch) kleinen Abfüller aus Deutschland in der Verkostung – „The Caskhound“.


„The Caskhound“ ist ein unabhängiger Abfüller aus Baden-Württemberg. Dahinter steckt Tilo Schnabel, der aus seinem Interesse und seiner Leidenschaft zum Whisky bereits mehrere Fassteilungen schottischen Whiskys privat organisiert hatte. Anfang 2020 gründete er dann „The Caskhound“ und tritt nun als unabhängiger Abfüller recht erfolgreich auf. Der Name sowie das Logo des Unternehmens gehen auf das Haustier des Gründers zurück, einen britischen Deerhound. Der Hund ziert nun jede Flasche und aus dem Deerhound wurde als Markenname nun der Caskhound. Solch eine Erfolgsstory von Haustieren auf den Flaschen kennt man ja von mindestens einem weiteren unabhängigen Abfüller. Und sollte „The Caskhound“ nur ansatzweise so erfolgreich werden, dann werden hier noch viele weitere tolle Abfüllungen aus Baden-Württemberg in unsere Gläser kommen.


Wie bei vielen deutschen Abfüllern kauft Tilo Schnabel auch hier meist fertig gereifte Fässer oder Fassanteile von Fässern ein. Die Fässer lagern bisher also alle grundsätzlich in Schottland und werden dann vor Ort in Schottland abgefüllt. Neben den eigenen „Caskhound“-Abfüllungen kann man beim „Caskhound“ allerdings auch Fassanteile kaufen, d.h. man kauft sich einen Anteil an einem kürzlich erworbenen Fass. Dies verbleibt bis zur fertigen Reifung in Schottland und wird dann abgefüllt. Je nachdem wie viele Anteilsscheine ausgegeben wurden, bekommt man nun nach fertiger Reifung seine Fassanteile als fertigen Whisky abgefüllt in Flaschen zurück. Ein Konzept, welches der ein oder andere Whisky-Nerd sicher schon von Facebook und anderen Plattformen kennt.


Der Whisky, den wir heute in der Verkostung haben, ist keine Fassteilung, sondern ein komplett für „The Caskhound“ abgefülltes Fass der Glenallachie Distillery gewesen. Glenallachie hatten wir ja schon in der Verkostung. Infos zu dieser Speyside-Destille findet ihr also in unserem älteren Blogartikel. Der heutige Hauptdarsteller lagerte knapp zehneinhalb Jahre in einem Bourbon Hogshead und wurde dann in ein 1st Fill Port Wood Cask umgefüllt. Dort gönnte man ihm noch 17 Monate Reifung, bevor der Whisky im September 2020 abgefüllt wurde.

Hier noch ein paar Eckdaten zum Whisky:


Glenallachie 11 Jahre von „The Caskhound“


Destilliert / Abgefüllt:

04.11.2008 / 24.09.2020


Fasstypen:

Bourbon Hogshead (knapp 10,5 Jahre),

1st Fill Port Wood Cask (17 Monate)


Färbung / Kühlfiltration:

keine / keine


Alkoholgehalt: 63,6 % vol. (Fass-Stärke)


Schon beim Einschenken bekommt man hier Appetit auf den Dram. Die kupferne Farbe und die langen Legs im Glas lassen die Vorfreude schon ziemlich groß werden.

Nase: Beim ersten Riechen in Fass-Stärke kommt erstmal noch nicht so viel rüber. Etwas Frucht und eine etwas florale Note. Da der Whisky mir mit seinen über 63% aber so oder so zu stark zum pur Verkosten ist, verdünne ich ihn schon mal mit ein wenig Wasser. Und siehe da, nun öffnet der Tropfen sich nochmal. Und zwar mächtig. Jetzt kommt ein ganzer Obstsalat von roten Früchten zum Vorschein. Heraus sticht die Kirsche und obendrauf Trockenfrüchte und Rosinen. Kakao und Vanille sowie süße Weinnoten kommen danach zum Vorschein. Hier hat das Portweinfass aber nochmal kräftig Spuren hinterlassen. Sehr angenehm und schwer ist der Whisky in der Nase.


Geschmack: Wieder viele Fruchtnoten, vor allem Steinobst schmeckt man raus. Aber gleich danach wird er pfeffrig und zeigt die volle Power einer so hochprozentigen Abfüllung. Minimal vermag ich eine Minznote zu verspüren. Am Ende runden Hefe, Butter und Shortbread im Geschmack den schönen kräftigen Tropfen ab. Herrlich. Man könnte ihn wieder und wieder probieren.


Abgang: Lang und wärmend steht der Whisky lange im Hals und am Gaumen. Wieder ist er pfeffrig und eine winzig kleine Spur Minze ist dabei.


Fazit: Hier hat die Spürnase des Caskhound einen sehr tollen Whisky erschnüffelt. Ich fand ihn in der Verkostung schon sehr stark, aber auch die gesamte Aufmachung der Flasche und des Etiketts sind super gelungen. Wir freuen uns, in Deutschland wieder einen weiteren Abfüller zu haben, der hoffentlich weiterhin solche tollen Fässer „erschnüffelt“.

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