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  • AutorenbildStefan

St. Kilian „Buche meets Zeder“



Als leidenschaftliche Whisky- und Spirituosen-Nerds sind wir von Dramtastics immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Spirits zum Verkosten und Fachsimpeln. Wir sind diesmal, mal wieder 😊, bei St. Kilian aus Rüdenau gelandet. Im Rahmen des bereits im Dezember veranstalteten Online-Tastings „Highlights zum Jahresende“, haben wir einen sehr interessanten und wahrscheinlich einzigartigen Whisky probiert.


Die Brennerei werde ich hier nicht weiter vorstellen, schließlich haben wir in unseren Blog-Beiträgen schon ausführlich über diese berichtet. Bevor wir jedoch zum Whisky kommen, möchte ich noch einmal die Gelegenheit nutzen und dieses tolle Online-Event erwähnen. Wieder einmal hat St. Kilian hier einen sehr sehr guten Job gemacht. Bei jedem Online-Tasting der Rüdenauer denkt man, es geht nicht besser und trotzdem setzen sie nochmal einen drauf. Die Professionalität und Qualität sind wirklich oberstes Regal. Die St. Kilian Whiskys untermauern das ganze Event dann noch einmal. Alles in allem möchten wir hier noch einmal Danke sagen für dieses schöne Online-Tasting.



Nun gehen wir aber zum Whisky über. Es wurde ein Special-Bottling namens „Buche meets Zeder“ abgefüllt. Und wie der Name es bereits sagt, lagerte der abgefüllte Whisky in Fässern aus Buche sowie Zeder. Master-Destiller Mario Rudolf erklärte, dass Buche wie auch Zeder sehr feinporige und poröse Hölzer sind und sich eigentlich nicht als Fassdaube eignen. Also musste man für dieses Holz eine Fassaußenhülle aus Eiche bauen. Die Innenseiten dieser Fässer sind dann mit Buchen- bzw. Zedernholz ausgekleidet. In diesen lagerte nun der New Make für fast 5 Jahre (7 Tage fehlen an 5 Jahren). Es wurde hierfür die „peated“ Variante des New Make verwendet. Bei diesem porösen Holz war, laut Mario Rudolf, der Angel’s Share besonders hoch. Satte 14 % Anteil haben sich die Engel vom Whisky geholt. Er scheint ihnen besonders gut geschmeckt zu haben. Wie er uns zugesagt hat, lest ihr nun. Zugegeben, die Farbe, die der Whisky angenommen hat, sieht nicht gerade danach aus, dass hier viel vom Fass abgegeben wurde, aber bei der Verkostung wurde man eines Besseren belehrt.


Whisky-Fakten

Abfüllungsserie: Special bottling „Buche meets Zeder“

Destilliert / abgefüllt: 06.12.2017 / 29.11.2022

Fasstyp: Buche + Zeder

Fassnummern: 1571 – 1574

Anzahl Flaschen: 680

Alkoholgehalt: 57,7 % vol.


Nase: Kräuteraroma kommt einem als erstes in die Nase. Danach ätherische Öle und Kiefernwald. Erinnert alles erstmal gar nicht an Whisky. Dann kommen florale Aromen, die man auch von anderen Whiskys kennt. Etwas alkoholische Schärfe und eine leichte Malznote strömt in die Nase. Sehr interessant, so etwas kennt man von Whisky eher nicht, was aber durchaus nicht negativ gemeint ist.


Geschmack: Wieder stehen sofort die Kräuter an. Leichter ganz zarter Rauch macht sich breit, der aber eher im Hintergrund bleibt und nicht dominiert. Frische angenehme Zitrusnoten breiten sich im Mund aus. Sehr lecker. Wieder die Malztöne, die man schon in der Nase hatte. Dazu kommen jetzt noch Töne von Zitronenschale. Der Dram ist sehr mild, auch für seine kräftigen 57, 7 % Alkohol. Eine schöne Portion Süße begleitet das Geschmacks-Ensemble.


Abgang: Wie schon eigentlich omnipräsent haben wir hier auch die Kräuter. Mittellang verweilen diese am Gaumen gepaart mit etwas Süße.


Fazit: Dieser Whisky ist sicher nicht für Jedermann oder -frau. Die teils dominierenden Kräuternoten könnten einige Puristen und Whiskyfreunde doch stören. Wenn man aber offen ist und gern auch mal seinen Whisky-Horizont erweitern möchte, bekommt man hier eine sehr spannende Abfüllung geboten, die wir so bisher nirgends gesehen haben. Vielen Dank St. Kilian, dass wir nun um eine schöne Erfahrung reicher sind!

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