Sea Shepherd Gin - 1st Release vs. neue Auflage



Der Gin-Hype hält ja nun mittlerweile bald ein Jahrzehnt an und man hat das Gefühl, es sprießen nicht mehr ganz so viele neue Gins oder Gin-Destillen aus dem Boden wie noch vor zwei bis drei Jahren. Einige Spirituosen-Kritiker und Barfachleute haben bereits den Abgesang auf den Gin gehalten. Besonders der Gin-Tonic bekommt öfter Kritik und der Hype sei vorbei.


Wir sehen das anders. Mag der Gin-Hype im Bar- und Gastronomiebereich vielleicht etwas abflachen, so ist er, finden wir, im privaten Rahmen und im Bereich der Heim-Bars präsenter denn je und immer mehr Leute probieren zu Hause verschiedenste Gins und Tonics aus. Auch vor uns hat dieser Trend nicht Halt gemacht und so probieren wir uns schon seit Jahren durch diverse Gin-Variationen.


Daher nun endlich einmal eine reine Gin-Verkostung hier im Blog von Dramtastics. Ausgewählt haben wir hierfür den Sea Shepherd Gin, da er uns persönlich gut gefällt und natürlich hier auch wieder ein Teil des Erlöses vom Gin an Sea Shepherd gespendet wird.


Sea Shepherd ist eine Umwelt-Organisation die sich ganz dem Kampf für die Meere verschrieben hat. Wer gern mehr darüber erfahren möchte kann die ganze Geschichte und Hintergründe auf ihrer Webseite (https://sea-shepherd.de/) gern nachlesen. Von jeder verkauften Flasche Sea Shepherd Gin, Whisky oder Rum kommt ein Teil des Erlöses Sea Shepherd zugute. Wir konzentrieren uns hier jetzt ganz auf die Spirituose. In diesem Fall auf die Spirituose und den Filler dazu. Wir haben heute den Sea Shepherd Gin zur Verkostung. Beziehungsweise haben wir zwei Gins von Sea Shepherd zum Vergleich. Den aufmerksamen Gin-Trinkern ist es vielleicht aufgefallen, dass es bereits 2020 eine erste Auflage vom Sea Shepherd Gin gab. Diese aber im letzten Jahr von einer neueren Version ersetzt wurde. Man sieht die Unterschiede schon bei der Flasche. Die alte Version kam in einer durchsichtigen Flasche auf den Markt, während die neue Version nun eine weiße Flasche hat. Auch der Alkoholgehalt ist unterschiedlich. Wir haben beide Versionen parallel verglichen und doch einige Unterschiede entdeckt.


Wir probierten beide Gins jeweils pur und dann mit Tonic Water. Für die Tonic Water haben wir einmal den Klassiker „Thomas Henry“ verwendet und als zweiten Filler ein eher noch nicht so bekanntes Tonic, das „Ekobryggeriet EB Nordic Tonic Original“ aus Schweden. Während „Thomas Henry“ ja eher ein mildes Tonic mit nicht zu viel Süße ist, welches dem Gin viel Raum gibt, ist das „EB Tonic“ grundsätzlich eher süßer und kräftiger, dabei aber nicht zu bitter.


Sea Shepherd - erste Auflage, 46 % vol. Alkohol



Nase: Der Antritt ist erstmal sehr dezent. Dieser Gin benötigt Zeit, um sich zu entfalten. Dann kommt etwas schwarzer Pfeffer zum Vorschein, Orange und ganz minimal Zitrone.


Geschmack: Im Geschmack ist die Wacholder-Note gut vertreten. Etwas Pfeffer, aber noch sehr angenehm und nicht scharf. Viele Kräuternoten, die gar nicht richtig greifbar sind. Sehr ölig im Mundgefühl und ein sehr milder Gin, bei dem man den Alkohol nicht vordergründig schmeckt. Zitronennoten stechen sehr deutlich heraus. Über der gesamten Geschmackspalette liegt eine wunderbare salzige Note, die einen tatsächlich direkt ans Meer denken lässt.


Abgang: Langer schöner Abgang mit etwas Pfeffer und Zitrone sowie natürlich Salz.





Sea Shepherd - Neuauflage, 43,1 % vol. Alkohol



Nase: Viel Zitrus in der Nase. Deutliche Geruchsnoten und überhaupt nicht schüchtern. Pfeffer und Kräuternoten sind in der Nase sowie ein ordentliches Wacholder-Aroma.


Geschmack: Etwas Schärfe im Antritt, die sich auch lange im Mund hält. Thymian, Minze und viel Zitrusfrucht. Der Wacholder ist prägnant, aber nicht so deutlich wie bei der Erstauflage dieses Gins. Aber der typische feine Salzgeschmack ist auch hier immer mit dabei. Trotz seiner „nur“ 43,1 % Alkohol kommt einem dieser Sea Shepherd alkoholischer vor und ist nicht so mild wie die Erstauflage des Gins.


Abgang: Eher mittellang im Finish mit deutlicher Schärfe. Aber auch etwas Süße und Zitrusfrucht im Abgang.



Fazit beider Pur-Verkostungen: Beide haben ähnliche Merkmale in der Nase und im Geschmack. Pfeffer, Zitrus-Aromen und Salz sind hier für beide prägend. Die Erstauflage des Sea Shepherd ist allerdings etwas zurückhaltender, dafür aber auch wesentlich milder und pur etwas angenehmer im Geschmack. Bei der Neuauflage bekommt man mehr Schärfe und Wildheit. Hier ist ein etwas rauerer Gin in der Flasche.


Sea Shepherd - erste Auflage, verkostet mit „Thomas Henry“

Mit dem Tonic von Thomas Henry schmeckt man üblicherweise mehr vom Gin. Das ist auch hier der Fall. Der Wacholder kommt gut durch und beides ergibt eine angenehme Zitrusnote. Ein wenig Pfeffer vom Gin ist noch dabei. Nicht ganz so spritzig, aber trotzdem eine schöne Kombination.


Sea Shepherd - erste Auflage, verkostet mit „EB Nordic Tonic Original“

Etwas herber schmeckt das Ganze. Der Gin kommt hier weniger zur Geltung. Die herbe Note vom Tonic und die Gin-Noten sind anfangs präsent, werden aber schnell von der Süße des Tonic Water überlagert. Auch eine gute Kombination.


Mir hat im Vergleich die Kombination mit Thomas Henry besser gefallen. Der doch dezentere Gin verträgt sich meiner Auffassung nach etwas besser mit milderen Tonics.


Sea Shepherd – Neuauflage, verkostet mit „Thomas Henry“

Deutlich kommt beim Thomas Henry auch hier der Gin durch. Aber auch viel Frucht. Tonic und Gin ergänzen sich hier sehr gut. Die Wacholdernote ist super eingebunden und man schmeckt diese angenehm heraus bei der Kombination.


Sea Shepherd - Neuauflage, verkostet mit „EB Nordic Tonic Original“

Hier passt die etwas deutlicher vorhandene Kohlensäure vom Tonic sehr gut zu dem Gin. Fruchtigkeit vom Tonic und die Wacholder-, Zitrus- und Salznoten vom Gin passen hier hervorragend zusammen. Am Ende kommt gut nochmal die Süße vom Tonic durch. Für mich die überzeugendste Kombination von unserer Auswahl der Verkostung.


Dieser Vergleich hat sehr viel Spaß gemacht. Die Unterschiede der beiden Gins konnte man sowohl pur als auch mit den Tonic Waters sehr gut herausschmecken. Meines Erachtens hat beim Pur-Genuss die alte Auflage des Sea Shepherd Gin ein wenig die Nase vorn, weil er mild und nicht so rau ist. Bei der Gin-Tonic-Variante empfand ich den neuen Sea Shepherd etwas besser. Er passt wunderbar zu beiden Tonics und lässt sich wunderbar als Longdrink genießen.