• Stefan

Scallywag Chocolate Edition #4



Scallywag von Douglas Laing sollte jedem Whiskyfreund mittlerweile ein Begriff sein. Der kleine Strolch auf den Flaschen ist Teil der Serie „Remarkable Regional Malts“ und repräsentiert hier die Malts aus der Speyside. Als Vorlage diente hier der Familienhund der Laings, ein Foxterrier. Seit 2014 gibt es ihn nun schon, den Scallywag, und enthalten soll er u.a. Malts der Destillerien Mortlach, Macallan und Glenrothes.


Bereits 2020 hatten wir einen Scallywag in der Verkostung und mit der „Chocolate Edition #4“ hat es nun der nächste in unser Glas geschafft. Eigentlich sollte dieser Whisky im Juli zum Weltschokoladentag auf den Markt kommen, doch in Deutschland musste man sich noch etwas gedulden, denn der schokoladige Scallywag kam erst Ende August in die Läden. Verwendet hat man hierfür ausschließlich Sherry-Fass gereifte Malts. Aber nicht nur das, man hat hierfür auch nur Malts ausgewählt, die durch ihre Kakao- und Schokoladen-Noten hervorstechen. Dass diese Ausführung limitiert ist, kann man sich natürlich vorstellen. Weltweit gibt es nur 3.000 Flaschen und auf den deutschen Markt gelangten lediglich 390 Stück dieser Sonderedition.


Das Design der Hülsen und der Flaschen-Etiketten ist, typisch für Douglas Laing, wieder außergewöhnlich und, wie ich finde, auch sehr gelungen und ansprechend. Abgefüllt wurde der Blended Malt etwas stärker als der Standard-Scallywag, nämlich hier mit 48% vol. Alkohol. Wie bei allen Abfüllungen von Douglas Laing wurde auf Kühlfiltrierung und Farbstoffe verzichtet. Dafür ist die Farbe sehr schön anzuschauen und regt mit ihrem dunklen Bernsteinton schon den Appetit auf einen Dram an.



Nase: Anfangs sehr dezent. Man muss schon eine Weile riechen, bis die Aromen in der Nase zu spüren sind. Dann kommt ein kräftiger Malzton. Aber der Sherry-Einfluss ist unverkennbar. Kakao- und Schokoladen-Aromen sind, wie mit dem Namen versprochen, präsent. Aber auch Fruchtnoten kommen in die Nase. Etwa getrocknete Früchte und ein wenig Orangenschale. Etwas Kräutriges kann man auch noch erkennen. Abgerundet wird das Ganze durch eine Prise Pfeffer, die eigentlich auch die ganze Zeit im Hintergrund ist.


Geschmack: Der erste Schluck schleudert einem direkt Sherry entgegen. Hier diesmal nicht dezent, sondern fast überbordend. Wenn man den ersten Eindruck hinter sich gelassen hat, kann man langsam die Geschmacks-Noten einordnen. Etwas Holz, Vanille, Rosine und natürlich auch hier die Kakao-Noten. Sehr angenehm. Danach kommen auch die Fruchteindrücke wieder. Diesmal neben den getrockneten Früchten auch noch Kirsche. Ein sehr reichhaltiger Whisky am Gaumen, der sehr zu gefallen weiß.


Abgang: Das Finish ist würzig mit Trockenobst. Etwas Alkoholschärfe hat man jetzt erst im Finish, vorher war sie nicht da. Mittellang spürt man diesen Tropfen nach.

Fazit: Bei diesem Whisky kann man wieder einmal sehr gut sehen, was für eine Kunst Blended Malts sein können. Alles ist sehr gut aufeinander abgestimmt. Dieser Blend ist rund, ausgewogen und sehr lecker.