• Stefan

Eiko Blended Japanese Whisky 5 Years Old vom ALDI Süd


Eiko Japanese Whisky

Immer wieder vor den Feiertagen überrascht der Discounter Aldi mit Spirituosen im höherwertigen Preissegment. Sei es mit günstigen Angeboten von guten Standard-Whiskys oder aber auch mit Einzelfass-Abfüllungen als unabhängige Abfüllungen.

Vor dem ersten Adventswochenende konnte man nun einen 5-jährigen japanischen Blend im Aldi Süd finden. Für 34,99 EUR bekommt man den Eiko Japanese Blend. Ein japanischer Whisky im Aldi? Das lässt uns stutzig, aber auch neugierig werden. Also habe ich kurzerhand eine Flasche mitgenommen.


Wie Freunde des japanischen Whiskys vielleicht wissen, ist der Whisky aus dem Land der aufgehenden Sonne nicht erst seit den Top-Platzierungen in Jim Murray’s Whisky Bible ein absoluter Renner. Schon lange kein Geheimtipp mehr, tritt in Japan gerade der negative Aspekt des Hypes um ihren Whisky zum Vorschein. Die Bestände werden knapp. So ersetzten vor einigen Jahren bereits Nikka und Suntory einige ihrer Whiskys mit Altersangabe durch NAS-Abfüllungen.

Und wie kommt dann nun ausgerechnet Aldi an einen japanischen Whisky? Nun, um vorzugreifen, diese Frage kann ich leider auch nicht beantworten, aber einige Schlüsse kann ich wohl doch ziehen.


Zum einen gibt es in Japan, anders als in vielen anderen Whisky-produzierenden Ländern, keine eindeutige Regelung wie Whisky definiert ist. So dürfen zum Beispiel Unternehmen Blended Whisky auf den Markt bringen, der nicht aus Japan stammende Whiskys enthält, und sich trotzdem Japanese Blended Whisky nennen darf. Beispielsweise verfährt der Whiskyproduzent Nikka so. Nikka gehört die Ben Nevis Distillery in Schottland und diese produziert große Mengen Whisky für Nikka Blends. Des Weiteren darf sich ein japanischer Whisky auch Whisky nennen, wenn er nur 10% reinen Whisky enthält und die restlichen 90% mit Neutralalkohol verschnitten werden. Mit diesem Hintergrundwissen kann man schon mal skeptisch werden.


Aber ich will hier keine schlechte Stimmung gegen japanischen Whisky verbreiten. Seine Beliebtheit, die knappen Lagerbestände und seine vielen Preise bei internationalen Wettbewerben beweisen ja, dass Japanese Whisky zur absoluten Spitze gehören.




Nun aber zurück zu unserem Aldi-Japaner. Auf der Flasche ist, neben dem Importeur, auch die Brennerei angegeben. Die Hekinan Distillery in Aichi. Ich muss zugeben, ich habe schon einige Whiskys aus Japan probiert, von dieser Destille hatte ich bis dato noch nie gehört. Aber nach einiger Recherche konnte ich mir ein Bild machen. Die Hekinan Distillery ist eine Brennerei, die 1949 gegründet wurde und hauptsächlich Destillate aus Reis erzeugt (z.B. Shochu). Laut mehreren, sich deckenden, Angaben von Blogs und Spirituosen-Webseiten soll diese Destillerie aber erst 2022 ihren eigenen Whisky auf den Markt bringen. Dies ist ja noch kein Hindernis, als Blend-Hersteller verwendet man ja auch andere Whiskys.

Mehr wesentliche Informationen konnten sich leider nicht finden lassen, aber in unseren Blog-Artikeln soll es ja auch eher um die

Tastingnotes gehen.

Und diese folgen nun nach den Vorworten.






In der Farbgebung geht der Eiko in Richtung heller Bernstein. Da keine Angaben zu Farbstoffen auf der Flasche sind, gehe ich davon aus, dass er ungefärbt ist (in Deutschland muss das Verwenden von Farbstoff auf der Flasche gekennzeichnet sein).

Abgefüllt wurde hier mit 43 % vol Alkohol.


Nase: In der Nase kommen leichte Fruchtnoten von Birne, Zitrone und etwas exotische Frucht vor. Etwas Vanille und eine Spur Blumiges, welche sich nicht recht definieren lässt. Ein wenig trockener Weißwein erfasst ebenso meine Nase. Nicht zu verkennen ist auch eine dezente Klebernote in der Nase. Dies deutet erstmal auf einen höheren Anteil an Grain-Whisky im Blend hin. Im Großen und Ganzen ist das Bouquet aber ausgewogen, angenehm und durchaus gut.


Geschmack: Hier schmecke ich kurz eine Ananas-Note durch. Danach Kirsche und Orangenschale. Ein wenig schmeckt der Dram auch nach Gummibärchen. Die Weißwein-Note ist auch wieder kurz da. Aber alle aufgezählten Geschmacksnoten sind nur kurz und flüchtig da. Dann kommt schnell eine Pfeffrigkeit und Schärfe, die ein wenig an Ingwer erinnert. Aber leider ist auch dies wieder schnell weg. Man ist hier hin und hergerissen, ob es nun gut geschmeckt hat oder doch alles zu flüchtig war. Hier fehlt dem Whisky leider ein wenig die Tiefe und etwas schwerere und längere Aromen.


Abgang: Der Abgang ist mittellang und die Schärfe vom Pfeffer und Ingwer brennen nochmal etwas nach.


Fazit: Nachdem ich den Whisky nach dem Öffnen nun mehrfach probiert hatte und wie oben beschrieben, hin- und hergerissen war, habe ich mir als Gegenversuch einen Dram Grainwhisky (Fercullen Irish Grain) und einen Dram mit Malt (Royal Lochnagar) genehmigt. Danach habe wieder den Eiko probiert. Im Vergleich stellte ich nun fest, dass der Grain-Anteil doch recht hoch sein muss. Die Tiefe und Kraft eines Malts, die die meisten von uns lieben, fehlt dem Eiko leider ein wenig. Das macht ihn noch trotzdem noch nicht zu einem schlechten Whisky. Er ist auf jeden Fall einen Versuch wert und preislich ist die Qualität auch in Ordnung.


Notes von anderen Blogs:

Coffee, Whisky and more